15. April 2026

Späte Niederlage in Wohratal

TSV Wohratal 2:1 SV Mardorf | 0:1 Nils Schraub (2.), 1:1, 2:1 Ibu Chousein (90.+1, 90.+4)

Lange sah es am Donnerstagabend so aus, als würde der SV Mardorf in der Kreisliga A Marburg drei wichtige Punkte im Abstiegskampf sammeln. Doch in der Nachspielzeit überschlugen sich die Ereignisse. Der TSV Wohratal drehte das Spiel, Stürmer Imprachim Chousein avancierte zum Matchwinner.

Nach Torgefahr sah es zunächst nicht aus, als Innenverteidiger Tim Weimer den Ball in der fünften Minute der Nachspielzeit nach vorn drosch. Doch Stürmer Imprachim Chousein witterte seine Chance und rannte dem Spielgerät hinterher. Aus halblinker Position auf Höhe der Strafraumkante zog er schließlich ab und brachte den Ball rechts unten im Tor unter – was folgte, war pure Ekstase.

Auf dem Sportplatz in Wohra gab es am Donnerstagabend kein Halten mehr. Der TSV Wohratal hatte gerade den 2:1-Siegtreffer gegen den SV Mardorf erzielt und sich damit in drei Punkte gesichert, die knapp drei Minuten zuvor wohl keiner mehr für möglich gehalten hatte.

Denn lange sah es so aus, als würden die Gäste aus Mardorf wichtige Zähler im Abstiegskampf sammeln. Die Partie war keine Minute alt, als der SV durch einen Treffer von Nils Schraub vorn lag. Die Führung nach dem Blitzstart hatte bis kurz vor Schluss Bestand – ehe der Auftritt von Chousein folgte. In der dritten Minute der Nachspielzeit zirkelte der Angreifer erst einen Freistoß aus halblinker Position an der Mauer vorbei in die linke untere Ecke. Zwei Zeigerumdrehungen später ließ er dann den Siegtreffer folgen.

„Ich bin glücklich. Es ist eigentlich egal, wer die Tore macht. Wir wollten einfach nur gewinnen“, sagte der Matchwinner im Anschluss an die Begegnung, fügte aber dennoch an: „Dass ich der entscheidende Mann bin, ist natürlich umso schöner für mich.“

TSV-Spielertrainer Patrick Mohr, der das Amt gemeinsam mit Dennis Visosky ausübt, sprach von einem „glücklichen“ Spielverlauf, jedoch auch von einem „verdienten“ Sieg. „Ich glaube, dass wir das eine Tor besser waren. Wir haben nach dem Gegentreffer auf ein Tor gespielt“, meinte der 36-Jährige. Tatsächlich hätte Wohratal auch schon früher erfolgreich sein können, doch zweimal verhinderte Mardorfs Verteidiger Bela Arendt mit Rettungsaktionen vor der Torlinie mögliche Treffer (8., 15.), einmal war auch die Latte – Kopfball von Moritz Dawedeit (89.) – im Weg.

Doch auch der SV hätte die Führung ausbauen können. Gefahr strahlte speziell Torschütze Schraub mit mehreren Abschlüssen aus (6., 41., 62.), in der Nachspielzeit sorgte zudem der eingewechselte Marco Di Palma fast für die Entscheidung (90.+2).

Letztlich musste Mardorf allerdings nach sieben ungeschlagenen Partien in Serie mal wieder eine Niederlage hinnehmen. „Wir haben das Ding gut gelebt und alles reingehauen“, sagte SV-Coach Stefan „Bubi“ Schmidt, der in der Vergangenheit fast neun Jahre lang auch als Trainer und Spieler bei Wohratal aktiv war.

„Solche Lucky Punches sind bitter und im Abstiegskampf schwierig zu verdauen, aber ich denke, dass wir auf jeden Fall mindestens einen Punkt verdient hätten“, ergänzte der 39-Jährige. Nun müsse seine Mannschaft die Köpfe „schnell wieder hochkriegen“, am Montag empfängt der SV schließlich Schlusslicht SG Lahnfels: „Da muss ein Dreier her.“

Quelle: Oberhessische Presse v. 04.04.2026